Neues vom Zeitarbeitsmarkt


Neues vom Zeitarbeitsmarkt

Offenbar wegen der guten Konjunktur
gehen Zeitarbeitsfirmen
qualifizierte Mitarbeiter
aus: Obwohl die Zahl der Beschäftigten
in der Zeitarbeitsbranche
von März bis April
noch einmal um 1,5 Prozent
auf etwa 873.000 gestiegen ist,
wird die ursprünglich von Beobachtern
angepeilte Million
in diesem Jahr wohl nicht erreicht
werden. Dies geht aus
dem aktuellen Zeitarbeitsindex
hervor, den das Institut
der deutschen Wirtschaft (IW)
für den Bundesarbeitgeberverband
der Personaldienstleister
(BAP) erstellt.
Dabei hat sich in rechtlicher
Hinsicht einiges getan: Seit
dem 1. Mai 2011 gilt für Zeitarbeiter
eine Lohnuntergrenze
von 7,79 € im Westen und 6,89 €
im Osten. Dieser Mindestlohn
wurde von den Tarifvertragsparteien
ausgehandelt und
vom Bundesarbeitsministerium
verbindlich festgelegt. Er
muss sowohl in Verleihzeiten
als auch in verleihfreien Zeiten
gezahlt werden. Zur Gewährleistung
der Einhaltung dieser
Lohngrenze hat der Bundesrat
Mitte Juni ein Gesetz gebilligt,
das die Kontrolle der Zeitarbeitsunternehmen
durch die
Zollverwaltung unter Zuständigkeit
der Bundesagentur für
Arbeit vorsieht. Dafür sind 156
zusätzliche Kontrolleure vorgesehen.
Schon am 15. April diesen Jahres
passierte das Gesetz zur Verhinderung
von Missbrauch der
Arbeitnehmerüberlassung den
Bundesrat. Es soll der gängigen
Praxis einen Riegel vorschieben,
nach der bisher Arbeitnehmer
entlassen werden konnten,
um selbige kurz darauf wieder
als schlechter bezahlte Leiharbeiter
einzustellen. Eine sogenannte
Drehtürklausel soll
dies verhindern. Daneben soll
Zeitarbeitnehmern künftig auch
der Zugang zu betrieblichen
Gemeinschaftseinrichtungen
wie Kantine oder Kindergarten
möglich sein. Bezüglich offener
Stellen besteht neuerdings eine
Informationspflicht seitens des
Entleihers.
Bisher gab es drei Verbände
in der Zeitarbeit mit drei unterschiedlichen
Tarifverträgen.
Jeder Verband entlohnte also
unterschiedlich. Nun aber gilt
für alle diese Tarifverträge in der
Zeitarbeit zukünftig die Lohnuntergrenze
von 7,79 € im Westen
und 6,89 € im Osten.
„Gerade für Berufseinsteiger
oder für Arbeitssuchende, die
schon eine ganze Weile Arbeit
suchen, kann Zeitarbeit so eine
gute Einstiegsvermittlung für einen
beruflichen Neustart sein“,
sagt Andreas Kübler von der Arbeitsvermittlung
AVP, die auch
oft nach Österreich vermittelt.
Dort ist das Prinzip des „Equal
Pay“ – gleicher Lohn für gleiche
Arbeit – seit mehreren Jahren
festgeschrieben.
In Österreich garantieren sogenannte
Kollektivverträge für
jede Position oder Funktion innerhalb
einer Branche an jedem
Ort sogar einen festgeschriebenen
Brutto–Mindestlohn. Es
muß also zuverlässig immer
nach dem besseren Kollektivvertrag
entlohnt werden.



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