Vermittlungsgutschein gilt weiter


Die Ausgabe von Gutscheinen zur Vermittlung Arbeitssuchender von der Bundesagentur für Arbeit und den Job Centern war zunächst bis 2010 festgeschrieben. In der von der schwarz–gelben Regierung ausgehandelten Koalitionsvereinbarung steht, dass der Vermittlungsgutschein in Zukunft marktgerecht auszugestalten ist und ab dem ersten Tag an alle Arbeitssuchenden ausgereicht werden soll. Die Gutscheine sollen außerdem differenzierter eingesetzt und bei Bedarf mit höheren Beträgen ausgestattet werden. Wartezeiten soll es nicht mehr geben, sondern es könne dann sofort ein Arbeitsvermittler aufgesucht werden. Alle Arbeitssuchenden, auch Empfänger von ALG II, sollen ab 2012 einen Rechtsanspruch auf einen Vermittlungsgutschein haben. Das Gesetz dazu steht allerdings noch aus.

Da eine neue gesetzliche Regelung ab 2011 nicht gefunden wurde, gab es einen Bundestagsbeschluss zur Weiterführung des VGS im Jahr 2011. Nächstes Jahr wird es dann um die der festgelegten Vorsätze der Koalitionsvereinbarung gehen. Ab 2011 verkürzt sich die Wartezeit auf einen Vermittlungsgutschein von den jetzigen zwei Monaten auf sechs Wochen. Dies stellt eine Verbesserung für die Arbeitssuchenden dar. Momentan beträgt die Kündigungsfrist von Arbeitsverhältnissen in den meisten Fällen zwei Wochen. Hinzu kommen die jetzigen zwei Monate Wartezeit auf einen Vermittlungsgutschein, in denen die Bundesagentur für Arbeit Zeit hat, einen Job für die Betroffenen zu finden. Ein privater Arbeitsvermittler kann in diesen 14 Wochen noch nicht aufgesucht werden. Aufgrund der verkürzten Wartezeit können sich Arbeitssuchende zwei Wochen eher bei einem Arbeitsvermittler vorstellen, um ihre Chancen auf eine neue Arbeitsstelle zu erhöhen.

Der Ring der Arbeitsvermittler ist politisch aktiv, um im Interesse der Arbeitssuchenden eine Umsetzung der im Koalitionsvertrag beschlossenen Vereinbarungen zu beschleunigen. Denn aktuelle Statistiken besagen, dass eine Vermittlung Arbeitsloser über die Bundesagentur für Arbeit zwischen 5.000 und 16.000 Euro kostet. Über einen privaten Arbeitsvermittler hingegen sind es momentan 2000 Euro.

In die Kostenüberlegung spielt der Gedanke mit hinein, dass die Vergabe eines Vermittlungs–gutscheins an sich noch keine Kosten verursacht. Erst nach erfolgreicher Vermittlung, das heißt nachdem ein Arbeitssuchender mindestens sechs Wochen im neuen Job gearbeitet hat, fließt Geld.

Ein privater Arbeitsvermittler lernt die künftigen Arbeitgeber kennen und macht sich vorab ein Bild von den Gegebenheiten in der Firma. Er kennt auch die Befindlichkeiten, die in keinem Profil stehen. So kann er eine effiziente, passgenaue Vermittlung gewährleisten.

Der Ring der privaten Arbeitsvermittler vertritt daher die Auffassung, dass private Arbeitsvermittlung ein wichtiger Bestandteil der Jobvermittlung ist und die Arbeit der Arbeitsagenturen und JobCenter gut ergänzt. Es gibt bereits Fälle, in denen Agenturen, Job Center und der Ring der Arbeitsvermittler partnerschaftlich zusammenarbeiten.


Nebenstehende Box:

Fragen und Antworten zum Vermittlungsgutschein

1) Was ist ein Vermittlungsgutschein?
Die Arbeit privater Arbeitsvermittler ist eine kostenpflichtige Dienstleistung (wie jede private Dienstleistung). Damit Arbeitssuchende im Erfolgsfall die Kosten nicht selbst tragen müssen, gibt es den Vermittlungsgutschein. Damit erklärt die Arbeitsagentur bzw. das Job Center, im Erfolgsfall die Vermittlungskosten zu übernehmen.

2) Wer bekommt einen Vermittlungsgutschein?
Einen VGS erhalten derzeitig alle Arbeitssuchenden, die Leistungen beim Amt beziehen. (nach einer entsprechenden Wartefrist).

3) Welche Vorteile bringt ein Vermittlungsgutschein?
Wer einen VGS besitzt, kann damit einen (oder auch mehrere) private Arbeitsvermittler beauftragen, ihn bei der Arbeitssuche zu unterstützen, ohne dass ihm dabei Kosten entstehen.

4) Wie lange gilt ein ausgestellter Vermittlungsgutschein?
Ein VGS wird immer für 3 Monate ausgestellt. Das ist gesetzlich geregelt.

5) Wie viele Vermittlungsgutscheine kann ich maximal ausgestellt bekommen?
Man kann immer wieder einen neuen VGS bekommen, solange man Leistungen vom Amt bezieht (also ALG I oder ALG II).



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