Fachkräfte für Österreich gesucht


Fachkräfte für Österreich gesucht

Die Situation auf dem Arbeitsmarkt ist für die Vertreter vieler Berufsgruppen in Deutschland immer noch schwierig. Daher sei die Vermittlung momentan nicht sehr einfach, erklärt Arbeitsvermittler Andreas Kübler. Eine interessante Alternative sei es somit, einmal darüber nachzudenken, im Ausland Arbeit zu suchen.

Viele Menschen, die in ihrer Umgebung keinen Job finden konnten, ziehen in andere Teile des Landes, um ihrem Beruf nachgehen zu können. Doch wer deutschlandweit bisher kein Glück hatte, hegte vielleicht schon den Gedanken, es im Ausland einmal zu versuchen und ließ dann aufgrund fehlender Sprachkenntnisse wieder von seinem Vorhaben ab. Um in Österreich arbeiten zu können, entfällt dieses Problem der Sprachbarriere. Der Einstieg für Deutsche ist dort problemlos möglich.

„In Österreich werden zurzeit Fachkräfte händeringend gesucht. Dort gilt das Motto: Gute Bezahlung für gute Arbeit“, gibt der Arbeitsvermittler Auskunft und fügt hinzu: „Die Fa. Perner Group Holding GmbH mit Sitz in Salzburg stellt bis zum Herbst noch 60 bis 70 Leute im gewerblichen und im Baubereich ein.“ Besonders gefragt seien nach wie vor examinierte Krankenschwestern und Krankenpfleger, die in Krankenhäuser und Seniorenheime im Salzburger Land, Tirol und Vorarlberg vermittelt werden könnten. „Hier werden noch etwa 30 Mitarbeiter gesucht.“ sagt Kübler.

Österreich ist ein stark am Tourismus orientiertes Land, ein Winterurlaubsland. Da im Sommer weniger Besucher ins Land kommen, werden bauliche Instandsetzungsmaßnahmen vor allem zu dieser Zeit vorgenommen, um alles für die nächste Wintersaison vorzubereiten. „Viele Baufirmen stellen Fachkräfte auf Zeit ein, organisieren und bezahlen ihnen eine Unterkunft, die in dieser Zeit leicht zu finden ist“, erklärt Andreas Kübler.

Fachkräfte für das Baugewerbe werden in diesem Zusammenhang dringend gesucht. Im Einzelnen besteht Bedarf an Maurern, Schalungszimmerern, Bauhelfern, Turmdrehkranfahrern, Malern, Möbeltischlern, Bautischlern, Dachklempnern und Dachdeckern. Darüber hinaus sind Elektriker und GWH–Installateure stets gefragt.

Bezahlt werden die Arbeitskräfte nach österreichischem Arbeitsrecht (Kollektivvertrag Arbeitnehmerüberlassung). Dabei muss immer nach dem besser gestellten Kollektivvertrag bezahlt werden. Ein Maurer darf beim Arbeiten in Österreich finanziell nicht schlechter gestellt sein als seine österreichischen Kollegen.

„Es gibt arbeitstäglich eine steuerfreie Auslöse von 26,40 Euro sowie ein Nächtigungsgeld von 15 Euro. Hinzu kommen ein 13. und 14. Monatsgehalt“, weiß der Arbeitsvermittler aus der Praxis. Er kennt auch die Zahlen: „Bei einer Mindestzahl an Arbeitsstunden und Lohnsteuerklasse I bekäme ein Geselle, also ein Arbeiter mit Facharbeiterbrief, einen Monatslohn von mindestens 2000 Euro netto.“

Außer der Möglichkeit zum Geldverdienen ohne vorher eine Fremdsprache erlernen zu müssen, bietet Österreich als Arbeitsland den Vorteil, dass man in Deutschland versichert bleiben kann. Auch die Steuern werden hierzulande abgeführt, die Arbeitnehmer müssen sich diesbezüglich um nichts kümmern.

Das ist ein klarer Vorteil gegenüber Ländern wie der Schweiz, wo es die Regelung des befristeten Aufenthaltes gibt, wo man anfangs kein Konto eröffnen darf und wo sehr hohe Lebenshaltungskosten einem guten Verdienst gegenüberstehen. Facharbeiter auf Montage sind, wenn man alle Konditionen betrachtet, in der Schweiz finanziell kaum besser gestellt als in Deutschland. Interessant kann das Land für diejenigen sein, die sich dort sesshaft machen möchten.

So zieht es laut Andreas Kübler derzeit viele Arbeitssuchende nach Österreich: „Selbst diejenigen, die die Niederlande als Arbeitsort bevorzugten, orientieren sich derzeitig auf Österreich, da hier momentan großer Fachkräfte–Bedarf besteht und auch sehr gute Konditionen geboten werden“.



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