Arbeiten in Österreich


Arbeiten in Österreich

In den letzten Jahren nahm die Arbeitsvermittlung ins europäische Ausland zu. Länder wie die Niederlande, Dänemark, Norwegen und vor allem Österreich werden angesichts schlechter Jobperspektiven im eigenen Land immer attraktiver. Über das Thema haben wir uns mit dem Arbeitsvermittler Andreas Kübler unterhalten.

Welche Voraussetzungen benötigen Arbeitsuchende, um sich im Ausland zu bewerben?
Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Ich bin mit Vermittlungen nach Österreich vertraut. Hier werden meist gelernte Kräfte mit Facharbeiterbrief gesucht. Außerdem ist es für einen flexiblen Einsatz im Ausland von Vorteil, einen Führerschein und PKW zu besitzen. Viele Arbeitsuchende denken sich „Wenn ich schon innerhalb Deutschlands sehr weite Pendelstrecken zur Arbeit in Kauf nehmen muss, kann ich auch gleich ins Ausland gehen.“ Österreich ist hinsichtlich der Verdienstmöglichkeiten einfach attraktiver.

Wie sind Arbeitnehmer im Ausland kranken– und sozialversichert?
Da das Arbeitsverhältnis in Ländern wie Österreich meist über Zeitarbeitsfirmen zustande kommt, ist es Arbeitnehmern möglich, einen deutschen Arbeitsvertrag zu unterzeichnen und mit diesem im Ausland zu arbeiten. Demnach sind sie in Deutschland versichert. Mit bis zu 183 Anwesenheitstagen im Jahr kann man ohne Nachteile mit einem deutschen Arbeitsvertrag in Österreich arbeiten.
Zunächst einmal lohnt es sich zu testen, ob die Arbeit überhaupt etwas für einen ist. Wenn ja, ist es sinnvoll dann einen österreichischen Arbeitsvertrag zu unterzeichnen. Beiträge zur Arbeitslosenversicherung, die man in Österreich zahlt, könnten sogar wieder nach Deutschland übertragen werden. In vielen Branchen werden Zeitarbeiter von den Unternehmen übernommen.

Geschieht der Einstieg in jedem Fall über Zeitarbeit?
Bei den mir vertrauten Vermittlungen, ja. Zeitarbeit ist in vielen europäischen Ländern anders angesehen als in Deutschland. Bei uns gib es zum Beispiel drei verschiedene Tarife, nach denen Arbeitnehmer bezahlt werden, in Österreich nur einen Kollektivvertrag für Zeitarbeit. Nach diesem beträgt der Gesellenlohn 10,28 Euro und jeder Mitarbeiter erhält ein 13. und 14. Monatsgehalt, anteilig, je nach dem wie viel in dem jeweiligen Jahr gearbeitet wurde.

Wie finden Arbeitnehmer die passende Unterkunft, erhalten sie dabei Unterstützung?
Viele Zeitarbeitsunternehmen stellen die Unterkünfte. Das österreichische Zeitarbeitsunternehmen Perner Group beispielsweise prüft nicht nur die Kreditwürdigkeit der Unternehmen, mit denen sie kooperiert, sondern zahlt den Arbeitnehmern auch eine sogenannte Quartierpauschale von 15 Euro pro Nacht. Der Betrag bleibt gleich egal, ob man eine eigene Unterkunft bezieht oder mit einem Kollegen eine Wohngemeinschaft gründet. So würde man sogar Kosten sparen. Die erste Unterkunft wird gestellt. Der Arbeitnehmer erhält den Arbeitsvertrag zusammen mit der Quartierbuchung und Anfahrtsbeschreibung seiner Unterkunft sowie Kontaktdaten einer Ansprechperson.

Welche Berufe werden in Österreich gesucht?
Im Bürobereich besteht weniger Bedarf als im Baugewerbe. Hier werden Maurer, Einschaler, Turmdrehkranfahrer gesucht. Auch Elektriker, Elektromonteure, GWH–Installateure, Dachdecker– und Klempner, CNC–Dreher– und Fräser haben sehr gute Chancen. Gefragt ist auch immer examiniertes Krankenpersonal für Alten– und Pflegeheime – besonders für Berufseinsteiger in dieser Branche eignet sich hier ein Auslandsaufenthalt von zwei, drei Jahren. Das steigert auch die eigenen Chancen in Deutschland.



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