Private Arbeitsvermittlung und was man dazu wissen sollte


Die Suche nach einer neuen Arbeit – ein zentrales Thema unserer Zeit. Umso mehr, da es kaum noch Tätigkeiten gibt, bei denen man 30 Jahre lang bei ein und demselben Arbeitgeber beschäftigt ist. So steht fast jeder arbeitende Erwachsene, nach mehr oder weniger langen Zeitabschnitten, immer wieder vor der Herausforderung, einen Job zu finden. Da werden Stellenanzeigen und entsprechende Jobbörsen im Internet durchstöbert sowie Freunde und Bekannte gefragt. Und wer bei der Arbeitsagentur gemeldet ist, hofft auch dort, fündig zu werden.

Neben diesen Möglichkeiten gibt es zumindest noch zwei weitere: Die erste und wahrscheinlich etwas bekanntere ist die Anstellung bei einer Zeitarbeitsfirma, worüber wir im nebenstehenden Artikel berichten. Die zweite Möglichkeit, von der viele noch nichts oder nur vage etwas gehört haben und die sowohl für ALG I– als auch ALG II–Empfänger interessant ist, ist die Nutzung einer privaten Arbeitsvermittlung. Die Arbeitsagentur unterstützt diese Art der Initiative seit einigen Jahren, indem sie so genannte Vermittlungsgutscheine (VGS) ausstellt, mit denen der Arbeitsuchende einen privaten Arbeitsvermittler seiner Wahl beauftragen kann, der dann im Erfolgsfall komplett von der Arbeitsagentur bezahlt wird. Das heißt im Klartext, dem Arbeitssuchenden entstehen dafür keinerlei Kosten.

Doch wer genau hat Anspruch auf den Vermittlungsgutschein?
Einen Rechtsanspruch hat grundsätzlich jeder ALG I–Empfänger, der seit mindestens sechs Wochen beim Arbeitsamt gemeldet ist. Der Antrag dafür kann sogar formlos per Telefon, Fax oder E–Mail gestellt werden.

Ein ALG II–Empfänger kann den Vermittlungsgutschein ebenso beantragen. Ein gesetzlicher Anspruch besteht hier jedoch leider nicht. Die Bewilligung des Gutscheines ist in dem Fall eine ‚Kann–’ bzw. ‚Ermessens–Leistung’. Sie hängt vom zuständigen Sachbearbeiter ab, welcher beurteilt, wie sinnvoll diese Leistung scheint. Nach gängiger Praxis werden engagierte Arbeitssuchende auch einen VGS erhalten.

Die Leistungen und Vorteile privater Arbeitsvermittler
Die Aufgabe privater Arbeitsvermittler besteht darin, den Arbeitssuchenden dauerhaft in eine Festanstellung zu vermitteln. Die Ernsthaftigkeit der Vermittlung ergibt sich schon aus der Tatsache, dass erfolgsorientiert vergütet wird (Erfolgshonorar). Der Vermittler wird von der Arbeitsagentur nur dann bezahlt, wenn seine Vermittlung, auch langfristig gesehen, erfolgreich war. Die Höhe des Vermittlungshonorars ist einheitlich auf 2000 Euro festgelegt und wird in zwei Raten ausgezahlt. Die erste Rate von 1000 Euro erhält der Vermittler nach den ersten sechs Wochen der Beschäftigung. Die zweite Rate gibt es, wenn das Beschäftigungsverhältnis mindestens sechs Monate besteht.

Doch nicht nur dadurch ist die Erfolgsquote der privaten Arbeitsvermittler höher als die der Arbeitsagentur, sondern auch weil sie über ganz andere Kontakte zur Wirtschaft verfügen. Auch geben heute immer mehr Unternehmen die Suche nach neuen Mitarbeitern und das damit verbundene aufwändige Bewerbungsverfahren an private Arbeitsvermittler weiter. Einige Vermittler haben sich auf bestimmte Branchen spezialisiert, wenn sie zum Beispiel vorher selbst dort tätig waren. Sie können so das Arbeitsumfeld zukünftiger Jobs sehr gut einschätzen und auch die Bewerberprofile und das Leistungspotential gut abgleichen. Die Erstellung eines Bewerberprofils und die Suche nach möglichen beruflichen Alternativen erfordert eine umfangreiche und genaue Arbeit. Am besten werden in einem ersten Gespräch die Leistungen, Methoden sowie regelmäßige Gespräche genau abgesprochen und anschließend schriftlich fest gehalten.

Ein weiterer Vorteil ist, dass ein privater Arbeitsvermittler weniger Personen betreut und sich deshalb mehr Zeit für jeden Arbeitssuchenden nehmen kann. Auch wenn ein Jobvorschlag mal nicht angenommen wird, hat das keine negativen Auswirkungen, wie Leistungskürzungen, zur Folge.

Woran sind professionelle Arbeitsvermittler zu erkennen?
"Der erste Eindruck verrät schon viel über die Arbeitsweise und Professionalität eines Arbeitsvermittlers. Hat man ein ungutes Gefühl, sollte man gleich wieder gehen. Denn Seriosität und Professionalität sind in der privaten Arbeitsvermittlung wichtig. ", meint Andreas Kübler von der Firma AVP Arbeitsvermittlung & Personalberatung Berlin und Mitglied im Ring der Arbeitsvermittler. Grundsätzlich gilt: Der Vermittler muss seine Tätigkeit als Gewerbe angemeldet haben, darf auf keinen Fall Geld verlangen, denn alle Kosten werden mit der Arbeitsagentur abgerechnet. Und vor Aufnahme der Vermittlertätigkeit muss ein schriftlicher Vertrag zwischen den Parteien geschlossen werden, wovon der Arbeitssuchende eine Kopie erhält. "Arbeitssuchende sollten darauf achten, nicht an Unternehmen vermittelt zu werden, die unter Tarif bezahlen oder auffällig ausgedehnte Anstellungsbedingungen, wie z.B. unangemessen lange unbezahlte Probezeit, verlangen", betont Kübler. Welche Rahmenbedingungen gelten und worauf bei der Vertragsgestaltung noch zu achten ist, kann u.a. bei der IHK (www.berlin.ihk24.de) oder der Arbeitsagentur erfragt bzw. im Internet recherchiert und nachgelesen werden.

Ein weiteres mögliches Indiz für einen vertrauenswürdigen Vermittler ist die Mitgliedschaft in einem Branchenverband, z.B. dem Ring der Arbeitsvermittler e.V. Dessen Mitglieder sind alle zertifiziert und verpflichten sich zur Einhaltung festgelegter Qualitätsstandards.

Auch wenn viele private Arbeitsvermittler auf der Website der Arbeitsagentur (www.arbeitsagentur.de) aufgelistet sind, ist diese nicht dafür zuständig, die Seriosität eines Vermittlers zu überprüfen.

Natürlich kann sich auch jemand, der nicht bei der Arbeitsagentur gemeldet ist, an einen privaten Arbeitsvermittler wenden. Die Vergütung wird in diesem Fall vom Suchenden selbst gezahlt und muss im Einzelnen ausgehandelt werden.

Im Übrigen vermitteln viele Personalfirmen sowohl in Festanstellungen als auch in Zeitarbeitstätigkeiten, denn Arbeitgeber suchen oft für beide Tätigkeitsbereiche neue Mitarbeiter und so wird das vermittelt, was am besten zum Arbeitssuchenden passt.



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